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Lage und Geschichte der Gemeinde

Übersicht:

Kirchdorf an der Iller                    Oberopfingen                    Unteropfingen

Kirchdorf an der Iller

In der weit geöffneten Ebene des Illertales am Ostrand des Landkreises Biberach liegt an der württembergisch-bayerischen Grenze die Gemeinde Kirchdorf an der Iller mit ihren Teilorten Ober- und Unteropfingen. Während im Osten das Dickicht des Illerauwaldes bis an die Ortsbebauung heranreicht, breitet sich im Süden, Westen und Norden ein weitläufiger Teppich von Wiesen und Feldern aus, der erst nach einigen Kilometern an waldbedeckten Höhenzügen seinen Abschluss findet.

Die Gemeinde kann auf eine alte Geschichte zurückblicken. Bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts nach Christus war die Iller Grenzfluss zwischen dem von den Alemannen besetzten Gebiet des heutigen Oberschwabens und dem von den Römern behaupteten Gebiet des heutigen bayerischen Schwabens. Das am östlichen Illerufer gelegene Kellmünz ist als römisches Kastell sicher die älteste Ansiedlung im mittleren Illertal. Eine Besiedlung auf der Gemarkung von Kirchdorf wird erst für die Zeit nach dem 5. Jahrhundert angenommen.Erstmals urkundlich erwähnt ist der Ortsname Kirchdorf 764 n. Chr. im Stiftungsbrief des Klosters Ottobeuren. Danach soll die Kirche des Dorfes zusammen mit einigen Gütern zu den ersten Stiftungen des neu gegründeten Klosters gehört haben. Der Gemeindename verdankt sie zweifellos der Tatsache, dass in Kirchdorf vor allen anderen Orten der näheren Umgebung eine Kirche gebaut wurde und unser Ort für die benachbarten Siedlungen das "Kirchdorf" war.

Ursprünglich gehörte Kirchdorf zur Herrschaft Kellmünz, fiel aber dann um die erste Jahrtausendwende durch Heirat der Tochter des Schwabenherzogs Rudolf von Rheinfelden an die Grafen von Bregenz und um 1150 an die Pfalzgrafen von Tübingen. 1342 wurde die Gemeinde an die Grafen von Württemberg verkauft. Diese hatten die Oberlehensherrschaft, während die Grundherrschaft an die Herren von Erolzheim kam. 1604 schließlich kaufte die Prämonstratenser Reichsabtei Rot an der Rot das Dorf. Die mit den Eroberungsfeldzügen Napoleons einhergehende Säkularisation im Jahre 1803 beraubte das Kloster Rot an der Rot seiner Besitzungen. Die Grundherrschaft über die Gemeinde Kirchdorf wurde dabei dem Grafen Erbach-Wartemberg-Rot übertragen. 1806 wurde Kirchdorf württembergisch. Ihre Feudallasten konnten die Bewohner des Illlertals aber erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts ablösen. Bis zum Jahre 1938 gehörte Kirchdorf dann verwaltungsmäßig zum Oberamt Leutkirch. Nach der Auflösung der Oberämter kam es zum Landkreis Biberach.

Der Bau des Illerkanals und des Illerkraftwerks in den Jahren 1921 - 1924 brachte den ersten Hauch von Industrialisierung in die Gemeinde und läutete den Beginn der Neuzeit ein. Bis dahin konnte die Iller nur mit der Fähre überquert werden. Mit dem Bau des Illerkanals verpflichteten sich die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke die erforderlichen Brücken über Kanal und Iller zu erstellen.

Dennoch blieb die Gemeinde bis nach dem 2. Weltkrieg ein ausgesprochenes Bauerndorf. Nach einer Statistik aus dem Jahr 1933 fanden damals 84 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft Arbeit und Brot.

Eine nachhaltige Veränderung erfuhr die Gemeinde erst durch den Aufstieg der Firma Liebherr zum Weltkonzern nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Aus dem bescheidenen Maurerbetrieb seines Vaters entwickelte der Kirchdorfer Dr. Hans Liebherr durch seine Idee des Turmdrehkranes innerhalb weniger Jahre einen international führenden Konzern im Bereich der Entwicklung, Konstruktion und Montage von Baumaschinen. Heute werden am Standort Kirchdorf ausschließlich Bagger produziert. Die Liebherr-Hydraulikbagger GmbH in Kirchdorf ist der größte Arbeitgeber in der Raumschaft des Illertales und wesentlich für den Wohlstand in der Region verantwortlich.

Im Zuge der entstehenden Arbeitsplätze wurde die Gemeinde Kirchdorf als Siedlungsplatz immer interessanter. Der Anstieg der Einwohner von ca. 700 im Jahr 1949 auf heute über 3 700 verläuft parallel zum Aufstieg der Firma Liebherr. Durch die steten und verlässlichen Gewerbesteuereinnahmen dieses Vorzeigebetriebes konnte auch in der Gemeinde Kirchdorf vieles geschaffen werden. Neben ihrem Freibad mit dem größten Schwimmbecken im Landkreis Biberach und einer 70 m langen Rutsche seien das Dr. Hans-Liebherr-Stadion mit seiner 400 m- Laufbahn und der überdachten Tribüne für 600 Personen sowie der Bürgerpark im Herzen der Gemeinde genannt. Stolz ist die Gemeinde auch auf ihr Hochhaus, das als Zeichen des Aufschwungs am Ende der 50-er Jahre von der Firma Liebherr gebaut wurde und heute neben der Kirche zu den markantesten Gebäuden in der Gemeinde zählt. Dank dem sprichwörtlichen oberschwäbischen Fleiß ihrer Bürgerinnen und Bürger konnte in der Gemeinde viel erreicht werden. Nicht ohne Anflug von Stolz präsentiert die Bürgerschaft heute ihren erarbeiteten Wohlstand und die Gemeinde ihre hervorragende Infrastruktur sowie ihre Vereine und örtlichen Gruppierungen, die im kulturellen, sportlichen und musischen Bereich für ein lebendiges Miteinander sorgen.

Oberopfingen

Wenn man sich dem Teilort Oberopfingen nähert, fällt der Blick schon von weitem auf den Kirchturm der St.-Vincentius-Kirche. In der 1721 erbauten Pfarrkirche begegnet dem kunstbeflissenen Besucher ein wahres Schmuckkästchen.


Rund um das Gotteshaus liegen die kommunalen Einrichtungen. Im ehemaligen Schulhaus befinden sich jetzt im Erdgeschoss das Rathaus mit der Ortschaftsverwaltung. Die beiden oberen Stockwerke werden von den Vereinen und der Kirchengemeinde rege genutzt. Es schließen sich ferner die Leichenhalle, der Friedhof, das Feuerwehrgerätehaus sowie der Festplatz und ein Regenrückhaltebecken in unmittelbarer Nähe an.

In der modernsten Einrichtung des Ortes, dem Wilhelm-Sailer-Kindergarten erfahren die kleinsten Bürger eine optimale Betreuung.

Das 565 Meter über dem Meeresspiegel liegende Straßendorf wurde 1182 in einer Urkunde von Papst Lucius III erstmals erwähnt. Seit 1974 bilden Kirchdorf und Oberopfingen eine Einheitsgemeinde. Die flache Feldspur wurde nach dem Autobahn- und Zubringerbau ab dem Jahre 1980 durch die Flurbereinigung neu geordnet.

Der Ort selber wird im Westen durch den Illerkanal abgegrenzt. In der südlichen älteren Dorfhälfte dominiert noch die bäuerliche Struktur. In der Nordhälfte dehnt sich ein größeres Wohngebiet aus.

Momentan geht die bauliche Entwicklung des über 700 Einwohner zählenden Ortsteils mit der Erschließung eines Baugebietes Richtung Iller weiter.
Nähere Informationen über die Geschichte des Ortsteils Oberopfingen finden Sie im Heimatbuch Oberopfingen das Sie bei der Gemeindeverwaltung Kirchdorf , Rathausstrasse 11, 88457 Kirchdorf oder
unter  info@kirchdorf-iller.de bestellen können.

Unteropfingen

In der frühesten Zeit wurde der Ort Unteropfingen "Ovingen" genannt wegen der freien und offenen Lage des Ortes. Der Ort ist insgesamt ziemlich alt, jedoch ist nur wenig von ihm bekannt. Die am Ortseingang stehende und dem Hl. Ottmar geweihte Kapelle ist das wohl älteste erhaltene Bauwerk. Es fand bereits 1316 Erwähnung in der Schenkungsurkunde des Ritters Werner von Erolzheim an das Kloster Ochsenhausen. Man nennt die Kapelle, die früher wohl im Ried des Illertales stand, Riedkapelle.

Im Jahr 1612 entstand die im Ort befindliche Kapelle St. Johann Baptist, die vom Bischof von Konstanz geweiht wurde. Sie ersetzt die Riedkapelle, die für die Bewohner etwas zu abseits gelegen und auch zu klein geworden war. In der Zeit des 30-jährigen Krieges von 1618 bis 1648 hatte der offene und kleine Ort schwer durch marodierende Banden zu leiden. Alles Vieh wurde verschleppt und nicht wenige Häuser gebrandschatzt. Am Ende des Krieges mussten die Felder mit Hand bestellt werden, weil kein Zugvieh mehr vorhanden war. Die von den Schweden entheiligte Kapelle St. Johann wurde 1656 neu geweiht. 1723 wurde die Kapelle renoviert, vergrößert und auch der Turm gebaut. Seelsorgerlich gehörte Unteropfingen jeher zu Kirchdorf. 1842 trat das bis dato kommunalpolitisch selbstständige Dorf der Gemeinde Kirchdorf bei, wegen der Armenunterstützungspflege, die in Kirchdorf betrieben wurde.

Heute hat Unteropfingen ca. 400 Einwohner. Der Ort ist wie damals von der Landwirtschaft dominiert.

 
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